Tier & Mensch e.V.

Wildgulasch?
In den letzten Tagen überschlugen sich die Meldungen, „die auch hartgesottene Fleischesser dazu verleiten können, in der nächsten Buchhandlung nach vegetarischen Rezepten zu fragen“.
Dieses Zitat aus der FAZ trifft genau den Kern. Denn wer glaubte, wegen der tierquälerischen Massentierhaltung auf Wildbret umsteigen zu können (weil diese Tiere zumindest artgerecht gelebt haben, bevor sie erlegt wurden), sieht sich eines Besseren belehrt.
Was haben wir zu erwarten, wenn wir „Wildgulasch“ kaufen oder im Restaurant essen?
- Mit Antibiotika belastete Kaninchen aus China (natürlich aus Käfigen).
- Zu „Fasanenfleisch“ umfunktionierte Käfigenten.
- Wildfleisch aus Neuseeland, das schon dort als verdorbene Ware deklariert war und in Deutschland als Frischfleisch angeboten wird.
- Fleischproben, die „ranzig, muffig, stickig, sauer“ riechen.
- Känguru- und Hirschrückenfleisch, das durch injizierte Stärke wieder „frisch“ gemacht wird.
- Manchmal werden bestimmte Verpackungen verwendet, damit der Kunde „nicht so viel vom Fleisch sieht“.
Man sage nicht, dass es sich um Einzelfälle handelt. Schon vor fünf Jahren wurden bei dem Passauer Betrieb, einem der größten Wildlieferanten Europas, Betrügereien („Unregelmäßigkeiten“) festgestellt. Seitdem schieben sich die zuständigen Behörden die Verantwortung gegenseitig zu. Zwei Tierärzte hat man vorläufig von ihren Ämtern entbunden.
Und der Wildgroßhändler Karl Berger droht dem Land Bayern mit Schadenersatzklagen wegen „Berufsschädigung“.
Guten Appetit weiterhin!
E. Ulich (Quelle: FAZ vom 3.2.06)
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