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An die Eltern
Worte zum Weltkindertag
Allenthalben wird Übergewichtigkeit unserer Jugend beklagt, vor Folgen ungesunder Ernährung gewarnt, auf die schädliche Fast-Food-Manie hingewiesen. Immer wieder wird gesunde Kost empfohlen, die vor allem aus reichlich Gemüse und Obst bestehen sollte. Wer ist dafür verantwortlich, wenn nicht die Eltern? Die Kinder können ja nicht beurteilen, was sie zu Hause aufgetischt bekommen - oder an den Imbiss-Stuben runterschlingen.
Und nun kommt der Gammelfleisch-Skandal!
Unglaublich, wie hilflos unsere Politiker und Behörden reagieren. Täglich werden neue Fleischbestände gefunden, deren Haltbarkeit weit überschritten ist. Man wagt nicht einmal mehr, die Mengen anzugeben - sind es inzwischen 150 oder 1000 Tonnen, die „entsorgt“ werden müssen?
Es werden hohle Sprüche geklopft: „Der Verbraucher soll wissen, was er in der Pfanne hat“ - „Wir müssen den Weg des Fleisches zurück verfolgen können“ - „Die Kontrollen müssen verstärkt werden“ - „Wenn es um die Gesundheit des Verbrauchers geht, muss alles getan werden, was möglich ist“. Schön und gut. Aber ist das alles?
Denn niemand - wirklich niemand - wagt, an der eigentlichen Ursache des Skandals zu rütteln: Wie kommt die Überproduktion zustande? Wie viele Tiere mussten nutzlos sterben? Wie viel wertvolles Getreide wurde vergeudet? Warum wird überhaupt an der tierquälerischen Massentierhaltung festgehalten? Wer hat das schon mal ausgerechnet: Aus 150 Tonnen weggeworfenem Fleisch hätten sich 900.000 Portionen Döner oder 3 Millionen Buletten braten lassen! Es wird zu viel Fleisch produziert - auf Kosten der Tiere und der hungernden Bevölkerung in der Welt. Es verhungern Kinder, denen kostbare Nahrung entzogen wird, um in den Mastställen verfüttert zu werden! Und trotzdem: Allein in Ostdeutschland werden gerade 400.000 neue Schweinemastplätze geschaffen, dank der staatlichen Förderungsstrukturen. Wie passt das zusammen? Wohin mit all dem Fleisch, wenn wir sowieso schon viel zu viel davon essen?
Und nun die Frage, die sich jeder selbst beantworten sollte:
Können wir uns nicht mit weniger, aber dafür gesundem Fleisch aus Öko-Betrieben begnügen?
Dem Tier, der Umwelt und den armen Menschen zuliebe - und vor allem unseren Kindern!
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