Tier & Mensch e.V.

Wasser kostbarer als Erdöl?

Das Wochenblatt DIE ZEIT veröffentlichte am 4.4.07 ein lesenswertes Interview mit dem Nestlè-Chef Peter Brabcke-Letmathe, dem wir die folgenden Informationen entnehmen:

Die Landwirtschaft ist der größte Wasserverschwender, sie verbraucht etwa 93% des gesamten Süßwassers.

- Bioethanol ist ökologischer Wahnsinn, soweit Mais, Raps usw. mit künstlicher Bewässerung kultiviert werden müssen. Denn für einen Liter Biosprit braucht man 4560 Liter Wasser. Also führen Biokraftstoffe dazu, dass die Preise für Nahrungsmittel dramatisch steigen.

- Die Wasserkrise ist weitaus bedrohlicher als der zur Zeit viel diskutierte Klimawandel.

- Ein Europäer verbraucht täglich durchschnittlich 50 Liter Wasser, aber er isst täglich an die 8000 Liter! Denn jede pflanzliche Kalorie kostet in der Herstellung einen Liter Wasser, jede Kalorie aus tierischer Nahrung aber das Zehnfache! Nun stelle man sich vor, dass die Inder und Chinesen mit wachsendem Wohlstand so viel Fleisch essen wie wir. Das könnte langfristig verheerende Folgen haben.

- Spanien hat sich zum europäischen Lebensmittelgarten entwickelt, mit Hilfe der künstlichen Bewässerung und mit nahezu kostenfreiem Wasser.

- In vielen Gegenden sinkt der Grundwasserspiegel dramatisch, und auch das fossile Wasser, was nie mehr ersetzt werden kann, wird bereits angezapft.

- In Südafrika ist Wasser bereits rationiert, wer zu viel verbraucht, muss teuer dafür bezahlen.

- Es gibt ein Menschenrecht auf Wasser, aber kein Menschenrecht auf einen vollen Swimmingpool.

- Wenn Wasser einen Preis hätte, bestünde der Anreiz zu sparen und in bessere Infrastruktur zu investieren

Also: Massentierhaltung quält nicht nur die Tiere, trägt nicht nur zum Klimawandel bei, verseucht nicht nur Boden und Grundwasser, schadet nicht nur unserer Gesundheit - nein, sie ist auch ein erheblicher Wasserverschwender. Wann wird man das endlich mal begreifen?

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