Tier & Mensch e.V.

Neues über Tierversuche
 

Alljährlich informieren die Lindauer Tier-&-Mensch-Aktiven zum Welt-Versuchstiertag mit einem Infostand über das Leiden der Versuchstiere und die Unwissenschaftlichkeit von Tierversuchen. Wir verteilen eigene Fleyer, hinzu kommt wertvolles Informationsmaterial von dem fachkompetenten Verein „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“ Dieses Mal stand der Kampf gegen die neue EU-Tierversuchsrichtlinie im Mittelpunkt. Wir sammelten Unterschriften, verteilten aber auch etwa 400 vorbereitete Postkarten, mit denen engagierte Bürger bei den Abgeordneten protestieren konnten. Insgesamt sind bisher etwa 75 000 dieser Karten verschickt worden. Bei dem Protest geht es darum, dass die vorgesehenen Verbesserungen für die Tiere im Richtlinienentwurf im Laufe der letzten Monate auf Drangen besonders der Pharma-lndustrie (mit aktiver Beihilfe durch die deutsche Politik!) weitgehend wieder gestrichen wurden. Der aktuelle Entwurf legitimiert wahren Horror. Nicht nur der Schutz von Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, oder der Fang wildlebender Affen für die Labore ist gekippt worden, sondern auch strengere Genehmigungsverfahren für Versuche mit lang anhaltenden Schmerzen. Von den Europäischen Tierschutzorganisationen und der großen Mehrheit der EU-Bürger wird eine strenge Kontrolle, ganz besonders auch ein sorgfältiges Abwägung vom Nutzen eines geplanten Versuchs gegenüber der Belastung der Tiere gefordert. Damit nur noch die allernotwendigsten Versuche zugelassen werden können, die ethisch vertretbar erscheinen.

Zusammen mit vielen Organisationen streben wir zwar ein Verbot aller Tierversuche an. Doch davon sind wir nun weiter entfernt denn je. Die Verordnung wird auch verbieten, dass ein EU-Land mit strengeren Regeln dem Tierschutz mehr Raum geben darf, denn die Verordnung soll für alle Länder eisern gelten. Wir halten das für gesetzwidrig, denn es widerspricht dem in der deutschen Verfassung verankerten Tierschutz und dem Tierschutzgesetz. Ob sich die Mehrheit der deutschen Abgeordneten dazu bewegen lassen, gegen die Verordnung zu stimmen? Moralisch wären sie dazu verpflichtet! 

K.Ulich Juni 2010

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