Tier & Mensch e.V. |
I.
Anlässlich der Berliner Grünen Woche planen Natur- und Tierschutzverbände am
Donnerstag, dem 14. Januar,
17 Uhreine Aktion, bei der auf die Missstände in der intensiven Landwirtschaft hingewiesen wird. Die Demonstration, an der auch „Tier & Mensch e.V." teilnehmen wird, findet vor dem ICC an der Neuen Kantstra
ße statt.Wir betrachten die Massentierhaltung als eines der größten und gefährlichsten Übel unserer heutigen Zeit, durchaus vergleichbar mit den Umweltbelastungen, die weltweit auf das Konto der Industrialisierung und des Kraftverkehrs gehen.
Gerade in Zeiten der Globalisierung und des wirtschaftlichen Aufschwungs in den Schwellenländern wirkt sich die von den Agrarkonzernen betriebene intensive Landwirtschaft umso bedrohlicher aus.
Nun hat Landwirtschaftsministerin Aigner in einem Interview selbst auf den zu hohen Fleischkonsum der Bundesbürger hingewiesen und empfohlen, sich dem Klima zuliebe und auch aus gesundheitlichen Gründen darin einzuschränken. Die Grüne Woche bietet eine ideale Gelegenheit, eingehend zu diskutieren, wie die Landwirtschaft wieder auf eine natürliche und weniger umweltschädliche Basis zurückgeführt werden kann
Aus beiliegendem Flugblatt, welches wir zu Tausenden verteilen werden, ist ersichtlich, welch katastrophalen Schäden die intensive Nutztierhaltung weltweit verursacht.
Berlin, 11.1.10
Ernst Ulich Geschäftsführer
Träger des Berliner Tierschutzpreises 2009 Träger des Tierschutzpreises der Hans-Rönn-Stiftung 2008
II.
Fleischsteuer kann maßgeblich zur Klimarettung beitragen
2.1.2010
Kurz vor Jahresende empfahl Frau Ministerin Aigner, den Fleischverzehr drastisch zu reduzieren, auf etwa die Hälfte, unserer Gesundheit und dem Klima zuliebe. Sie fügte hinzu, dass sie selbst sich darum bemühe. Angesichts des eingeschlagenen politischen Weges der Schwarz-gelben Koalition, die Massentierhaltung in Deutschland weiter auszubauen, ist diese Äußerung fast sensationell.
Nun müssen ihren Worten Taten folgen, neben der längst fälligen
ökologischen Agrarwende, die für die Zukunft von Klima, Umwelt,
Tiere und Menschen unvermeidlich ist, muss eine Fleischsteuer eingeführt
werden. Mit dieser Forderung wandte sich „Tier und Mensch e.V.“
an Landwirtschaftsministerin Aigner.
Ernst Ulich - ehrenamtlicher Geschäftsführer von „Tier und Mensch e.V.“ und Träger des Berliner Tierschutzpreises 2009 - erläutert den Schlüssel zur Wende: Über eine Steuer auf Fleisch müssen sich die immensen Folgekosten im Preis niederschlagen. Das eingenommene Geld muss dazu verwendet werden, die durch die Agrarproduktion verursachten Schäden zu beseitigen und wird zudem für den Aufbau einer extensiven, schonenden, biologischen Landwirtschaft benötigt. Es dürfen keine Subventionen mehr in Agrarfabriken und Umwelt belastende Formen der Landwirtschaft mehr fließen. Gründliche Kontrollen müssen Missbrauch wirksam unterbinden – entsprechende Gesetze bestehen ja bereits und dürfen nicht länger ignoriert werden.
Seit Jahren schauen wir zu, wie jeder Ansatz der Weltregierenden
eine lebensfähige Zukunft auf unserer Erde zu ermöglichen,
kurzsichtigen Profit-Interessen geopfert wird. So werden mit
wachsender Geschwindigkeit die Urwälder – die wichtigsten
Klimaregulatoren! – vernichtet, um Agrosprit und Futtermittel für
Massentierhaltungen mit Gift, Kunstdünger und Gentechnik anzubauen.
Auf dem Rücken der gesamten Menschheit und ihrer Mitwelt wird so
die Grundlage für billige Erzeugung tierischer Nahrungsprodukte
geschaffen. In Deutschland sprießen immer neue Mastfabriken mit
Zehntausenden Schweinen, Puten, Enten oder Hühnern wie Pilze aus
dem Boden. Der Energieaufwand ist immens, die Umweltschäden
ungeheuerlich, der Effekt auf das Klima liegt weit über der Klimabelastung
durch den gesamten Verkehrssektor. Die FAO und Worldwatch schätzen
die CO2-Emmission der Tierproduktion auf 20% bis über 50% der
Gesamtemissionen je nachdem, was mit in die Rechnung einfließt.
Die Schäden der Massentierhaltung sprengen jedes Begriffsvermögen, aber kaum je äußert sich ein verantwortlicher Politiker ehrlich dazu. Im Gegenteil, der Koalitionsvertrag sieht ausdrücklich vor, die Landwirtschaft für den Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen und auf Export auszurichten. Das heißt, billige Massenerzeugung wird forciert.
Tier und Mensch e.V. wird sich auch im Jahr 2010 mit Nachdruck für Tier- und Umweltschutz einsetzen!
Karin Ulich, Vorsitzende Tier & Mensch e.V.
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