Neue Riesenställe in der Schweine- und Geflügelmast
Alljährlich erscheint der "Kritische Agrarbericht", in dem das zu lesen ist, was die "Grüne Woche" ihren Besuchern nicht zu zeigen und zu erklären wagt. Der Trend zu immer mehr und immer intensiverer Tierhaltung bei Schweinen und Geflügel hält unvermindert an. In den vergangenen drei Jahren wurden bereits 1,5 Millionen neue Schweineplätze gebaut, weitere 500.000 sind geplant oder in Bau. Und dabei liegt der Selbstversorgungsgrad der Deutschen mit Schweinefleisch bereits bei nahezu 100%.
Wozu also dieser Wahnsinn? Ausländische, besonders niederländische, Investoren finden in den neuen Bundesländern genügend brachliegende Flächen (z.B. ehemalige Militärflugplätze), wo die Megaställe gebaut und die riesigen Mengen an Gülle abgekippt werden können. Das Fleisch aber, das die Deutschen beim besten Willen nicht mehr aufessen können, wird exportiert, z.B. nach Russland. Deutschland dient also nur als Durchgangsstation für Tierquälerei und Bodenverseuchung. Und das alles unter den wohlwollenden Augen der Bundesregierung, die noch dazu Hilfestellung leistete, indem sie die Bestandsobergrenzen beim Bau neuer Großanlagen abschaffte.
Bei Geflügel ist es ähnlich: Mehr als 10 Millionen neue Plätze entstanden seit 2003, womit die Eigenproduktion auf 85% des Verbrauchs stieg.
Das ist der Teufelskreis: Immer mehr Riesenställe, immer mehr Tierquälerei, immer billigeres Fleisch, immer mehr Fleischkonsum und immer mehr verschwendete Pflanzennahrung.
Wie viele Bürgerinnen und Bürger aber sind so einsichtig, dass sie für sich selbst die Konsequenzen daraus ziehen?
E.U.
Auch das noch!
Export von Schweinefleisch subventioniert.
Die EU-Kommission beschloss, in Zukunft
Ausfuhrerstattungen für Schweinefleisch in Drittländer an die
Landwirte zu zahlen. Die Zuschüsse sollen 31.10 Euro pro 100 kg
betragen. Begründet wird diese Maßnahme mit der „schwierigen
Lage auf dem EU-Binnenmarkt“. Die Lagerhaltung von Schweinefleisch
in der EU, die bisher schon subventioniert war, beläuft sich auf
ca. 100.000 t.
Das ist uns völlig unverständlich. Wir werden
mit billigem Fleisch geradezu überschwemmt. Und in Ostdeutschland
entstehen riesige Schweinemastanlagen. Wofür? Damit der Export von
der EU subventioniert wird.
E.U. Dez.2007