Tier & Mensch e.V.

Naturgarten-Wettbewerb

Einen Garten kann man nach vielen Aspekten gestalten: Als Nutzgarten mit Obst und Gemüse, als bunten Blumengarten, als Abklatsch der Gartencenter-Kataloge, als kleine Naturoase oder Mischung von alledem.

Diesen Sommer habe ich zusammen mit dem Bund Naturschutz und den drei Gemeinden Sigmarszell, Weißensberg und Hergensweiler einen Wettbewerb um die schönste Garten-Arche-Noah ausgerufen. Die teilnehmenden Gärten wurden nach ihrer Vielfalt an natürlichen Lebensräumen für heimische Wildpflanzen und –tiere bewertet. 

Die dreiköpfiger Jury besuchte die neun gemeldeten Gärten, teilweise begleitet von den Bürgermeistern und begutachteten sie nach einem Kriterien-Katalog: 

Waren die Hauswände üppig begrünt? Gab es Unterschlupfmöglichkeiten für Fledermäuse, Nistplätze für Vögel? War eine Blumenwiese im Garten, die nicht öfter als 2x jährlich gemäht wird? Können sich Igel, Erdkröte und Laufkäfer in einem „Lebenshaufen“ aus kompostierenden Ästen, Zweigen und Kraut verkriechen? Sind Steinhaufen als Lebensraum für Eidechsen vorhanden? Ist das Grundstück geprägt von verschiedenen heimischen Sträuchern und Bäumen, die mit ihren Blüten Insekten, mit ihren Früchten Vögel und Bilche (Garten- und Siebenschläfer u.a.) ernähren – auch im Winter? Welche Blumen und Stauden locken Schmetterlinge, Bienen und Hummeln zur Nektar-Mahlzeit? Gibt es auch ein Stück „Brachland“ mit so genannten Unkräutern? Ist ein Gartenteich vorhanden, in dem sich Molche, Frösche und Libellenlarven wohl fühlen, und kann Regenwasser auf gepflasterten Terrassen und Parkplätze in den Boden versickern?

Die drei Jury-Mitglieder hatten es nicht leicht, aus den Bewerbern die Sieger zu ermitteln – zu reichhaltig und einzigartig war jeder der Gärten. 

Es bleibt zu hoffen, dass diese Garten-Paradiese Nachahmer finden, denn ohne den Schutzraum Garten haben viele vom Aussterben bedrohte Arten keine Überlebenschance.
K. Ulich September 2009
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