Tier & Mensch e.V. |
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Aktiv
in Lindau 2009
Einige
Aktivitäten, wie unsere acht Infostände zu tierschutzrelevanten
Terminen, der Flohmarkt im Mai und die Tombola beim Stadtfest,
finden alljährlich statt. In meinem Rückblick möchte ich diesmal
über vier besondere Aktionen berichten, die teils zur Nachahmung
empfohlen werden könnten.
- 1. In diesem Jahr fielen Welttierschutztag und Erntedankfest auf einen Tag.
Anlass
für uns, ein Infoblatt zum Thema „Massentierhaltung und die
Folgen für Mensch, Tier und Umwelt“ zu schreiben und anzuregen,
es in einer gemeinsamen Aktion mit Kirchengemeinden in und um Lindau
zu verteilen. Die Reaktionen waren äußerst unterschiedlich: Einige
reagierten gar nicht auf unsere schriftliche Anfrage, andere lehnten
ab, mit dem Argument, es wäre gerade nicht das Thema. Das begründete
ein Pfarrer begründete mit seiner Furcht vor Bauern-Protesten. Zwei
Gemeindepfarrer teilte aber unsere Einschätzung, wie elementar
wichtig die Aufklärung über dieses Thema ist und griffen es
in ihrer Predigt auf. Einer legte dazu unsere Schriften und Flugblätter
aus. Der andere erlaubte uns, nach dem Gottesdienst
Informationsflugies zu verteilten, was neun Aktive vor fünf Kirchen
auch taten. Sie freuten sich über großes Interesse und die
Anerkennung bei vielen Gottesdienstbesuchern, denn der Pfarrer hatte
in der Predigt auf die Aktion hingewiesen. Wir denken, es ist
ausgesprochen wichtig, die Kirchen anzusprechen, schließlich geht
es um die Bewahrung der Schöpfung im weitesten Sinne und
christliche Werte wie Gerechtigkeit und Fürsorgepflicht.
Fordern
Sie das Flugblatt als Kopiervorlage an!
-
2. Erfahrungsbericht von Helga Semrau zur Demo
„Freiheit für Tiere“ in Stuttgart:
„Am
14.11.09 lud die Organisation „Menschen für Tierrechte –
Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V.“ zu einer
Demo-Veranstaltung nach Stuttgart ein. Für Tier & Mensch e.V.
fuhren Erika Erpenstein und ich hin. Am Schlossplatz gab es Infostände,
Unterschriftenlisten und Schautafeln zu verschiedenen
Tierschutzthemen. Hier sammelte man sich zur Demonstration. Der
Verein stellte Transparente und Tiermasken für die Teilnehmer zur
Verfügung. Etwa hundert Tierschützer reihten sich in den „Zug
der Tiere“ ein. Vorneweg fuhr ein Auto mit Lautsprecher, aus dem
die Schreie gequälter Tiere ertönten. Während der Demo gab
es Sprechparolen, zum Beispiel: „Fleisch (bzw.: „Pelz…) ist
ein Stück ermordetes Tier, das lebte und atmete, so wie wir!“.
Vor dem Kaufhaus Breuninger gab es eine Ansprache zum Thema Pelze.
Zurück am Schlossplatz folgte die Schlusskundgebung mit sehr guten
Ansprachen unter anderem von Ingeborg Livaditis und Silke Bitz
von „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“. Obwohl der Platz von
vielen Menschen frequentiert wurde, war das Interesse an den Vorträgen
gering. Die Demo selbst erweckte große Aufmerksamkeit. Aber es
kamen einige Passanten zu den Infoständen, um sich zu informieren,
zu diskutieren und die verschiedenen Listen zu unterschreiben. Auch
wir haben etliche Unterschriften gegen die Vogelgrippe-Politik
bekommen. Mein Eindruck war insgesamt, dass man in einer Kleinstadt
wie Lindau die Menschen eher für Tierschutzbelange erreicht, als in
einer Großstadt.
- 3. In zahlreichen Läden und Supermärkten Schwabens werden Freilandeier des Geflügelhofs Beutel verkauft.
Wir
hatten erfahren, dass fast nie Hennen im Freiland gesehen wurden,
und wenn, dann nur einige wenige von insgesamt ca. 16 000 Tieren.
Daraufhin machten sich drei Lindauerinnen im vergangenen Frühjahr
auf den Weg, um sich den Betrieb anzusehen. Sie hatten das Glück,
sich einer zur Besichtigung angemeldeten Kindergartengruppe anschließen
zu können. Was sie sahen, war erschütternd: Weder das Freiland,
noch der an den Stallbereich angeschlossene „Wintergarten“ (überdachter,
eingestreuter Kaltscharrraum) waren für die Hennen zugänglich.
Stattdessen standen sie auf einem Lochboden in düsterem Rotlicht.
Ein Scharrbereich fehlte. Sie standen so dicht, dass eine Henne, die
die Flügel strecken wollte, sich über die anderen recken musste,
um den Raum über ihren Köpfen zu nutzen. Der Besitzer erklärte,
sie kämen nur bei gutem Wetter raus, in den Wintergarten, der
jedoch ungenutzt rein wirkte, nur ab 11.30 Uhr.
Die
Protokolle dieses Besuches erhielt der Inhaber der Supermarktkette
Feneberg, der Beutel-Eier in seinen Filialen verkauft. Daraufhin
schickte er Ende November ein eigenes Kontrollteam in den Stall.
Sehr exakt wurden in einem Protokoll Verstöße gegen die
Hennenhaltungs-Verordnung festgehalten: Der Wintergarten, der zur
begehbaren Fläche dazu gerechnet wird, war geschlossen, so dass
sich 16 Hennen pro m² drängen mussten. Er sah sauber, also eher
ungenutzt aus. Vor die Ausgänge des Freilands war ein Elektrodraht
gespannt.
Laut
EU-Eier-Vermarktungs-Verordnung muss Freilandhennen tagsüber
„uneingeschränkt“ der Zugang ins Freiland ermöglicht werden.
Im Stall dürfen laut Hennenhaltungs-Verordnung nicht mehr als 9
Hennen pro m² gehalten werden. Ihnen muss ein Scharrgrund und
ausreichend Tageslicht zur Verfügung stehen.
So
stellte Tier und Mensch e.V. direkt bei der Staatsanwaltschaft
Ravensburg Strafanzeige, die sich auf folgende Verdachtsmomente stützte:
-
Erhebliche Verstöße gegen die Eier- Vermarktungs-Verordnung
-
arglistige Täuschung der Kunden
-
Tierquälerei.
Da
der Hof das Siegel des „Vereins für kontrollierte alternative
Tierhaltung“ führte, wurde KAT informiert. Daraufhin wurde dem
Beutelhof dieses Siegel nach einer unangemeldeten Kontrolle
entzogen, wenige Tage später jedoch wieder erteilt – bei einem 2.
Besuch wäre alles in Ordnung gewesen, teilte Herr von der Crone
telefonisch mit. So einfach geht das?!
Bisher
(Mitte Februar 2010) werden die Eier ungerührt in Fenebergs Kaufmärkten
weiter als Freilandeier verkauft. Wie passt das alles zusammen? Wir
werden am Ball bleiben!
- 4. Nicht locker lassen!
Als
die Sky-Filiale durch Rewe übernommen wurde, verschwanden die
Bio-Milchprodukte der Marke „Schwarzwald“ aus dem Sortiment.
Eine Tierfreundin fragte beständig nach – 10 Tage später standen
sie wieder im Regal.
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| Sarit und Julia erklären aufmerksamen Passantinnen die
Haltung von Legehennen |
Umfrage zur Eier-Kennzeichnung
Kinder der Tierschutzjugend des Vereins "Tier und Mensch e.V." beteiligten sich mit viel Einsatz bei Informationsständen am 15. und 20.März. Neben der Aufklärung über das Leid der Tiere in der industrialisierten Massentierhaltung stand die Information zur Hennenhaltung im Mittelpunkt.
Wie weit die Verbraucher in Lindau bereits Bescheid wissen, sollte eine Umfrage zeigen. Was stellen sich die Menschen vor, wenn ihnen Eier aus "Kleinvolieren" oder aus "Kleingruppenhaltung" oder gar bunte, hartgekochte Eier angeboten werden?
Das Ergebnis bei 100 befragten Personen war überraschend: Immerhin mehr als 50% wussten, dass die Eier aus "Kleinvolieren" Käfigeier sind und nicht aus "Volieren" stammen, in denen sie ja die Möglichkeit zum Fliegen haben müssten, denn "volare" heißt fliegen.
Fast 2/3 der Befragten mutmaßten oder wussten, dass auch der Begriff "Kleingruppe" für Käfigeier steht. Besonders tückisch ist die von der Geflügel-Lobby bei der EU durchgesetzte Genehmigung, dass der Begriff "Kleingruppe" oder "Kleingruppenhaltung" zusätzlich zum vorgeschriebenen Nummern-Code demnächst auf das Ei gestempelt werden darf. Eine Frau wusste, wie sie dem Betrug entgehen kann: "Ich gucke immer auf den Code-Stempel. Ist die erste Zahl die 3, weiß ich ja, dass es sich um Käfigeier handelt - und die kaufe ich natürlich nicht!"
Viele Verbraucher ziehen Eier aus Bio- oder Freilandhaltung vor. Doch immer noch stammen etwa 3/4 der Eier aus Käfighaltungen. Das liegt besonders daran, dass verarbeitete Eier nicht nach ihrer Haltungsherkunft gekennzeichnet werden müssen. 50% aller Eier werden in verarbeiteter Form vermarktet, und das sind immer die billigen Käfigeier, die auf diese Weise dem Kunden untergejubelt werden. Es sei denn, man entscheidet sich für Bio-Produkte, wo Käfigeier überhaupt nicht zugelassen sind.
Seit einigen Jahren nun boomt der Handel zu jeder Jahreszeit mit gekochten und gefärbten "Ostereiern" oder "Partyeiern" oder wie sie noch so genannt werden. Sie finden guten Absatz in Restaurants, beim Bäcker, bei Metzgern, in Supermärkten. Umso überraschender die Antworten bei der Umfrage: Nur jeder achte Befragte vermutete, dass sich keine Käfigeier hinter den bunten Farben verbergen.
Ob die bisherigen Ergebnisse repräsentativ sind, wissen die Kinder noch nicht. Vielleicht tritt ja eher eine kritische Minderheit an einen Tierschutz-Infostand heran. Aber die Schüler werden weitermachen, denn das wollen sie genauer wissen: Wieweit gelingt es der Eier-Lobby, mit irreführenden Begriffen und Verschweigen wichtiger Information die Verbraucher hinter´s Licht zu führen? Geht die Zeit der Käfighaltung dem Ende entgegen, weil immer mehr Verbraucher wirklich wissen, wie sie Eier aus Quälerei vermeiden können? Oder kaufen sie diese gar, obwohl sie es besser wüssten? Verwenden sie die beiliegende Liste und machen sie eine eigene kleine Umfrage bei Verwandten und Bekannten. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns das Ergebnis mitteilten!
Karin Ulich April 2008
Tombola beim Lindauer Stadtfest - ein großer Erfolg
Allen lieben, engagierten Helfern und Unterstützern unserer
Tierschutz-Tombola möchte ich herzlich danke sagen im Namen auch
des Ehepaars Leitner, das den Erlös dringend für den Fortbestand
der Greifvogel-Pflegestation benötigt! Viele schöne und großzügige
Tombola-Spenden haben maßgeblich zum erfreulichen Erfolg
beigetragen!
Mit dem Verkauf von 1000 Losen konnten wir für die
Greifvogel-Pflegestation von Ehepaar Leitner 544,-Euro Gewinn
machen, den ich mit Hilfe meines Spenden-Sparschweins auf
620,- Euro aufrundete.
Dieser Tag beim Stadtfest war klasse: bei super sonnigem Wetter (ein Glücksfall in diesem launischen Sommer!) hatten Einheimische und Feriengäste beste Laune und zeigten das mit eifrigem Losekaufen. Kein Wunder – sie wurden ja auch von sehr schönen Gewinnen verführt!
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| Stadtfest Lindau 16.Juli 2005 |
Aktion anlässlich des GS-Treffens am 26.5.07
Tier & Mensch, Kontaktbüro Bodensee, nahm am 26. Mai an einem Aktionstag in Lindau mit einem Infostand teil. Beeindruckend fanden auch viele Passanten unsere Plakatwände.
Es wurden u.a. Hunderte Flugis mit folgendem Text verteilt:
Flugblatt zum G8 Gipfel:
Folgen Industrieller Massentierhaltung:
- Für die Menschen: 50% der Weltgetreideernte wird an Tiere verfüttert! Jährlich verhungern 6 Mio. Kinder in armen Ländern
– uns macht oft die Überernährung krank!
Das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen
- Tiere als „Ware“ leiden lebenslang: Keine artgerechte Haltung, Qualzüchtung und Tiertransporte über Tausende km sind gängige Praxis. Dauerstress macht sie krank.
- Tierfabriken sind umweltfeindlich, tragen zum Klimawandel bis zu 15% bei (CO2 und Methan), verschwenden Wasser: 8.000l stecken täglich im Essen eines Europäers! Die Erzeugung tierischer Nahrung braucht die 10fache Wassermenge wie pflanzlichen Nahrung! Monokulturen auf riesigen Flächen zerstören Boden und Natur.
Der Profit der Großkonzerne ist gewaltig hoch. Genmanipulation, Klonen von Kühen und die Patentierung des Erbgut von Nutztieren sollen ihn noch steigern!
Verweigern Sie sich diesem maßlosen Raubzug:
- Kaufen Sie Lebensmittel aus der Region! Sie ersparen weite Transportwege u. tragen zum Erhalt der Bauern bei.
- Steigen Sie auf Bio-Produkte um! Das schafft ländliche Arbeitsplätze und schont Tier, Natur und Umwelt!
- Senken Sie Ihren Verbrauch von Fleisch, Wurst, Milchprodukten und Eiern! Ihre Gesundheit wird auch profitieren.
Karin Ulich 6/07
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