Die Honigbiene - das Haustier für
Stadtbewohner?
Ein jeder weiß es:
Die Biene ist unentbehrlich für unsere Ernährung. Sie sorgt für
ein Drittel unserer Lebensmittel, der Anbau von Obst und Gemüse ist
sogar zu 80% von diesem Insekt abhängig. Was aber nicht jeder weiß,
ist, dass die Bienen hauptsächlich in den Großstädten ihren
perfekten Lebensraum finden. Die vielen Alleen mit ihren Akazien und
Linden, die großen Parks, die Haus- und Schrebergärten bieten
genug Nahrung, um Tausende von Völkern zu ernähren. 15 Millionen
Blüten sind nötig, um 1kg
Honig zu erzeugen. Allein in Berlin gibt es an die 1.000 Imker. Hier
erzeugt ein Bienenvolk jährlich bis zu 45kg Honig. Der Durchschnitt auf dem Lande liegt bei nur
20 kg
. Auch ist der Honig kaum mit Schadstoffen belastet, während in ländlichen
Gegenden die Pestizide aus der Landwirtschaft häufig auch den Honig
belasten. Ein großes Problem sind die Versuchsfelder der
Gen-Pflanzen. Denn diese Pollen haben schon manche Honigernte
unbrauchbar gemacht. Allerdings ist die Zahl der Bienenvölker
weltweit beängstigend rückläufig. In den USA gibt es seit 2007
ein unerklärliches Bienensterben, und auch in Deutschland geht der
Bestand an Bienenstöcken laufend zurück. Gab es im Jahre 1951 noch
zwei Millionen Völker, so sind es heute nur noch 600.000. Dabei wären
eine Million Völker nötig, um die Bestäubung der deutschen Landflächen
zu sichern. Die Gründe des Rückganges sind vielfältig. Eine aus
Asien eingeschleppte Milbe macht den Imkern ebenso große Sorgen,
wie die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, bei der
alle „unerwünschten" Blumen und Blüten beseitigt werden.
Zudem schwächt der weltweit verbreitete Einsatz des Pestizid
Imidacloprid von Bayer (wir berichteten) die Abwehrkräfte der
Bienen oder tötet sie. Was wäre zu tun? Es wird Zeit, dass sich
die Verantwortlichen im Landwirtschaftsministerium mal Gedanken darüber
machen.
Quelle: Berliner
Zeitung