Tier & Mensch e.V. |
Dies ist der Text unseres neuen Kinderheftchens „Hört mal, Kinder!“ Es ist in DIN A 6 – Format, besteht aus 8 Seiten und hat 7 Fotos:
HÖRT
MAL, KINDER!
Wohl jeder von Euch war schon mal im Zirkus. Das ist eine aufregende Sache, und man kann sich nur wundern, was Menschen und Tiere so alles können.
Tiere?
Bitte
lest einmal, was über Zirkustiere in diesem Heft steht. Da wird
vieles gemacht, was den Tieren gar nicht gefällt!
Im
Zirkus bewundern wir die Artisten und Jongleure. Wir lachen über
die Clowns. Alle bekommen viel Beifall, und darüber freuen sich die
Künstler.
Dann kommen die Dompteure mit ihren Tieren. Wir staunen, was diese
Tiere, die eigentlich in den Savannen oder Urwäldern Afrikas und
Indiens zu Hause sind, alles können. Wie sie dressiert sind, welche
Kunststücke sie vollbringen.
Auch
die Tiere bekommen viel Beifall - aber glaubt ihr, dass sie sich
freuen, wenn wir ordentlich klatschen?
Denkt
mal darüber nach!
Die
Tiere wissen nämlich gar nicht, was sie da tun und warum sie es tun
müssen. Vielleicht wundern sie sich über die vielen Menschen
ringsum und über den Krach, der da gemacht wird.
Sie
freuen sich überhaupt nicht
Höchstens
freut sich der Tierbändiger. Er ist stolz, was er mit den Tieren so
alles machen kann.
In
Wirklichkeit geht es den Tieren gar nicht gut!
Denn
sie sind Wildtiere, die so leben möchten, wie sie geboren wurden.
wollen in Freiheit laufen, sich verstecken, nach Nahrung suchen, auf
den Bäumen herumklettern, mit ihren Artgenossen spielen.
Das
alles können sie in
lebenslanger Gefangenschaft nicht!
Den
größten Teil des Tages verbringen sie in engen Gehegen. Und wenn
sie von Ort zu Ort transportiert werden, dann sind sie tagelang im
Zirkuswagen eingesperrt. Nur zum Training und zu den Vorstellungen
werden sie herausgelassen, und dann müssen sie tun, was sie nicht
begreifen können.
Da geht es den Hunden und Katzen, die wir zu Hause haben, sehr viel
besser. Denn sie sind als Haustiere gezüchtet worden, und wir
behandeln sie nach Möglichkeit so, wie es ihre Natur verlangt.
BÄREN
Bären
können auf zwei Beinen stehen, das ist nichts Besonderes. Aber
tanzen? Und Rad fahren? Uns macht es Spaß, wenn wir sehen, wie
Tiere etwas tun, was eigentlich nur wir Menschen können. Das aber
ist für sie kein Vergnügen. Sie unterwerfen sich dem Willen des
Dompteurs. Früher hat man die Bären, um sie zum Tanzen zu bringen,
auf heiße Eisenplatten gestellt. Das wurde inzwischen verboten.
Aber es zeigt, wie grausam die Menschen mit den Tieren umgehen können.
ELEFANTEN
In
Freiheit laufen Elefanten in großen Herden jeden Tag viele
Kilometer. Sie brauchen Bewegung und sie suchen nach Futter. Sie
gehen an Flüsse oder Wasserlöcher, wo sie trinken und sich abkühlen
können. Sie sind glücklich zusammen mit ihrer Familie. Oft sieht
man, wie sie sich gegenseitig zärtlich mit ihren Rüsseln berühren.
Das alles haben sie im Zirkus nicht. Meist sind sie mit dicken
Ketten an den Füßen gefesselt. Sie müssen auf eine Tonne steigen
und „Männchen“ machen. Manchmal stehen sie nur auf einem Bein.
Glaubt
Ihr, es macht Spaß, diesen schweren Körper auf einem Bein zu
balancieren? Sie werden durch die Dressur dazu gezwungen. Wenn sie
nicht gleich gehorchen, dann knallt der Trainer mit der Peitsche. Er
benutzt auch eine Stange mit einem spitzen Metallhaken. Davor haben
die Tiere Angst.
TIGER
Jeder
weiß es: Alle Tiere fürchten sich vor dem Feuer. Der Mensch ist
das einzige Lebewesen, das mit dem Feuer umgehen kann.
Was bedeutet es also, wenn Tiger durch einen brennenden Reifen
springen müssen? Das tun sie nicht freiwillig, sie werden darauf
trainiert. Das geschieht durch Drohungen und mit Belohnung
(„Zuckerbrot und Peitsche“). Erst, wenn sie es schaffen,
bekommen sie was Leckeres zum Fressen. Diese Tiere werden gezwungen,
etwas total Unnatürliches zu tun - bis sie alt sind und nicht mehr
können. Und dann?
AFFEN
Von
allen Tieren stehen die Schimpansen den Menschen am nächsten. Sie können
erstaunlich viel lernen, ohne dressiert werden zu müssen.
Verhaltensforscher haben herausgefunden, wie sie versuchen,
bestimmte Aufgaben zu lösen, Werkzeuge benutzen, sich mit Menschen
sogar „unterhalten“ können. Aber Fahrrad fahren oder mit Messer
und Gabel essen macht ihnen bestimmt keinen Spaß.
Jedenfalls hat man sie ihrer Freiheit beraubt, sie zu
„Zwangsarbeit“ verurteilt und lebenslang eingesperrt.
Das
ist Quälerei!
Wie
gern würden sie ein natürliches Familienleben
im afrikanischen Urwald genießen!
STIERKAMPF
Eine
ganz besondere Art von Zirkus ist der Stierkampf. Den gab es schon
im alten Ägypten. Deshalb sagen die Spanier „Das ist bei uns
Tradition“ und betreiben dieses abscheuliche Vergnügen bis zum
heutigen Tag. In Deutschland und anderen Ländern ist er verboten.
Aber in Spanien ergötzen sich die Zuschauer daran, wie das arme
Tier zunächst bis zur blinden Wut gereizt, dann durch Lanzenstiche
in den Rücken geschwächt und schließlich vom Torero getötet
wird. Der lässt sich dann vom Publikum als „Helden“ feiern.
Wer
nach Spanien fährt, sollte niemals zum Stierkampf gehen!
Also,
Kinder!
Seht
ihr nun, welch
erbärmliches Leben die Zirkustiere
fristen müssen? Erkennt ihr
den Unterschied,
wenn ihr im Fernsehen
die Tiere beobachtet,
wie sie sich,
jedes nach seiner Art,
in freier Wildbahn verhalten?
Wildtiere
gehören nicht in den Zirkus!
In
manchen Ländern, z.B. in Österreich, ist es schon verboten,
Wildtiere in Zirkus auftreten zu lassen.
Auch ihr solltet nur in solche Zirkusse gehen, wo keine Wildtiere
auftreten. Sprecht mit Euren Eltern darüber!
Nehmt dieses Heft mit in die Schule!
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Heft können Sie bei uns bestellen, auch in größeren Mengen:
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