Tier & Mensch e.V.

Geflügelpest-VO am 12.10.097 beschlossen!

Der Eingriff in die Geflügelhaltung durch die VO ist gewaltig, doch die Grundlage steht m.E. auf tönernen Füßen: Nämlich die so gut wie widerlegte Annahme, Wildvögel bzw. Zugvögel wären an der Verbreitung der Vogelgrippe durch hochpathogene H5N1-Viren schuld (s. FAO unten und Ornithologen-Resolution im Anhang). Zu den wirklichen Verbreitungsursachen, über Produkt- und Geflügeltransporte der industriellen Intensiv-Produktionsstätten wird zu wenig untersucht und kontrolliert, auch wird vernachlässigt, nach weiteren Krankheitsursachen bei den als H5N1-Opfern geführten toten Tieren zu suchen. Waren die vielen Taucher am Kelbra-Stausee, in dem bereits das Baden verboten war, bevor das Vogelsterben einsetzte, womöglich an Botulismus gestorben? Keiner weiß es! Auch die betroffenen Seen in Nürnberg waren massiv mit organischen Stoffen überfrachtet.

Die Belastungen für Freilandhalter, z.B. durch Meldepflicht für jedes Tier, Untersuchungspflicht, die Unberechenbarkeit von Ausnahmen von der in Deutschland für alle Geflügeltiere geltenden Stallpflicht all das wird Freilandhaltung von Geflügel in unserem Land zum Erliegen bringen, obwohl sie bei gutem Management die sinnvollste Methode ist, Geflügel artgerecht und gesund zu halten. Für Wassergeflügel wie Enten und Gänse ist es die einzige Haltungsweise, die dem Tierschutzgesetz gerecht wird.

Mit dieser VO wurde die Tierquälerei in großem Stil vorprogrammiert, denn Unternehmen mit intensiven Tierhaltungen sind die klaren Gewinner, die sich über die Ausschaltung der Konkurrenz der zunehmend vom Verbraucher gewünschten Freilandprodukte freuen können. So ist der Weg frei für den weiteren Ausbau der Massentierhaltungen in Deutschland zu Exportzwecken, obwohl sie mit hoher Seuchengefahr belastet sind, obwohl sie Umwelt und Klima massiv schädigen, dazu die Natur sowie die traditionelle bäuerliche Landwirtschaft ruinieren. Dem Steuerzahler werden die Folgen teuer zu stehen kommen (den Reibach machen einige wenige)! Zudem empfinde ich es als gravierende Verletzung der Privatsphäre, dass es möglich ist, Freilandgeflügelhalter zur Tierquälerei zu zwingen oder finanziell durch Keulungsmaßnahmen und nicht plausible Auflagen in den finanziellen Ruin zu treiben. Auch Geflügel und Vögel, die als Heimtiere gehalten werden, dürfen bei Geflügelpestfällen im weiteren Umkreis getötet werden - wehrlos müssen das die Tierhalter miterleben. Ein erschütterndes Beispiel war die gnadenlose Keulaktion bei Rudolstadt: 3km rund um die zahme Gans, die in einem Behindertenheim gestorben war und das Virus in sich getragen haben soll. Keins der 1200 getöteten Tiere war betroffen: umsonst gelitten, umsonst gestorben.

Ist das Tierschutzgesetz abgetakelt? Keult eine profitorientierte Großindustrie mit Hilfe der Regierung die Reste der bäuerlichen Geflügel-Freilandhaltung endgültig? Vielleicht kommt es doch noch zum "Nun reicht`s aber!" aus der Bevölkerung. Auch wenn es etwas spät zu sein scheint....

Weiterhin bitte ich um Unterschriften von Tierfreunden (die Unterschriftenliste wurde bisher von mehr als 1500 Menschen unterschrieben) und von Tierärzten, (Die Tierärzteliste wurde bisher von ca. 120 TÄ mitgetragen). Aber das reicht noch nicht, um die Politiker zu bewegen! Beide Listen sind im Anhang! Bitte macht bei Tierschutzvereinen und Euch bekannten Tierärzten auf die Aktionen aufmerksam, bittet vielleicht auch die Großen Tierschutz-Organisationen, mit Protestaktionen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Das FLI hat inzwischen wieder einen neuen Lagebericht veröffentlicht - er klammert weiter an der Wildvogel-Hypothese. Ohne wissenschaftliche Belege!

Ein Tipp für kritische Infos zum Thema: www.netzwerk-phoenix.net 

Mit Tier-&-Mensch-freundlichen Grüßen, Karin Ulich, Tierärztin

Alte Landstr. 27 88138 Sigmarszell

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