Tier & Mensch e.V. |
Kurz
vor Jahresende empfahl Frau Ministerin Aigner, den Fleischverzehr
drastisch zu reduzieren, auf etwa die Hälfte, unserer Gesundheit
und dem Klima zuliebe. Sie fügte hinzu, dass sie selbst sich darum
bemühe. Angesichts des eingeschlagenen politischen Weges der
Schwarz-gelben Koalition, die Massentierhaltung in Deutschland
weiter auszubauen, ist diese Äußerung fast sensationell.
Nun
müssen ihren Worten Taten folgen, neben der längst fälligen
ökologischen Agrarwende, die für die Zukunft von Klima, Umwelt,
Tiere und Menschen unvermeidlich ist, muss eine Fleischsteuer eingeführt
werden. Mit dieser Forderung wandte sich „Tier und Mensch e.V.“
an Landwirtschaftsministerin Aigner.
Ernst
Ulich - ehrenamtlicher Geschäftsführer von „Tier und Mensch
e.V.“ und Träger des Berliner Tierschutzpreises 2009 - erläutert
den Schlüssel zur Wende: Über eine Steuer auf Fleisch
müssen sich die immensen Folgekosten im Preis niederschlagen. Das
eingenommene Geld muss dazu verwendet werden, die durch die
Agrarproduktion verursachten Schäden zu beseitigen und wird zudem für
den Aufbau einer extensiven, schonenden, biologischen Landwirtschaft
benötigt. Es dürfen keine Subventionen mehr in Agrarfabriken und
Umwelt belastende Formen der Landwirtschaft mehr fließen. Gründliche
Kontrollen müssen Missbrauch wirksam unterbinden – entsprechende
Gesetze bestehen ja bereits und dürfen nicht länger ignoriert
werden.
Seit
Jahren schauen wir zu, wie jeder Ansatz der Weltregierenden eine
lebensfähige Zukunft auf unserer Erde zu ermöglichen,
kurzsichtigen Profit-Interessen geopfert wird. So werden mit
wachsender Geschwindigkeit die Urwälder – die wichtigsten
Klimaregulatoren! – vernichtet, um Agrosprit und Futtermittel für
Massentierhaltungen mit Gift, Kunstdünger und Gentechnik anzubauen.
Auf dem Rücken der gesamten Menschheit und ihrer Mitwelt wird so
die Grundlage für billige Erzeugung tierischer Nahrungsprodukte
geschaffen. In Deutschland sprießen immer neue Mastfabriken mit
Zehntausenden Schweinen, Puten, Enten oder Hühnern wie Pilze aus
dem Boden. Der Energieaufwand ist immens, die Umweltschäden
ungeheuerlich, der Effekt auf das Klima liegt weit über der Klimabelastung
durch den gesamten Verkehrssektor. Die FAO und Worldwatch schätzen
die CO2-Emmission der Tierproduktion auf 20% bis über 50% der
Gesamtemissionen je nachdem, was mit in die Rechnung einfließt.
Die
Schäden der Massentierhaltung sprengen jedes Begriffsvermögen,
aber kaum je äußert sich ein verantwortlicher Politiker ehrlich
dazu. Im Gegenteil, der Koalitionsvertrag sieht ausdrücklich vor,
die Landwirtschaft für den Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen und
auf Export
auszurichten. Das heißt, billige Massenerzeugung wird forciert.
Tier
und Mensch e.V. wird sich auch im Jahr 2010 mit Nachdruck für Tier-
und Umweltschutz einsetzen!
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