Tier & Mensch e.V.

Ekel erregend - aber nicht gefährlich
So kommt Billig-Fleisch zustande!
Fleisch - ein Stück Lebenskraft? Dieser Werbespruch ist zwar wirksam, aber er ist falsch. Das beweist mal wieder der jüngste Fleischpanscher-Skandal, von dem alle Medien berichtet haben. Es ist doch erstaunlich, mit welcher Naivität und Gier die Verbraucher nach den billigsten Produkten greifen, obwohl doch jedem klar sein müsste, dass diese niemals von guter Qualität sein können - am allerwenigsten die Lebensmittel.
Der bayerische Umweltminister sprach von einem "Ekel erregenden Skandal". Da können wir ihm nur zustimmen. Etwa 3.000 Tonnen Schlachtmüll landeten im menschlichen Magen. Eine Rückrufaktion scheiterte. Alles schon verkauft - und gegessen!
Höchstwahrscheinlich ist das alles nur die Spitze des Eisberges. Denn die Abfälle, die sogar z.T. verdorben waren, kamen aus einem Nicht-EU-Land, nämlich aus der Schweiz. Sonst hätte dem Lindauer Zoll ja gar nicht auffallen können, dass die Importe sprunghaft zugenommen hatten. Was aber passiert innerhalb der EU-Länder, wo gar nicht kontrolliert wird? Allein in Bayern fallen jährlich 400.000 Tonnen solcher Tierreste an!
Es hat gar keinen Zweck, die Schuld allein auf einige kriminelle Unternehmer zu schieben. So lange die Kontrollen nicht verstärkt, die Strafen für derartige Praktiken nicht drastisch verschärft werden, wird das immer mal wieder geschehen.
Zu Zeiten des BSE-Skandals hieß es: "Kaufen Sie nur beim Fleischer Ihres Vertrauens!" Wo aber den finden? Nun empfiehlt man: "Kaufen Sie Wurst nur im Supermarkt Ihres Vertrauens!" Wie lächerlich.
Nur BIO-Erzeugnisse, die meistens aus kleineren Betrieben stammen und regelmäßig kontrolliert werden, bieten eine Garantie für gesunde Nahrung. Natürlich ist das teurer, doch jeder könnte sich das leisten, vor allem, wenn der Fleischkonsum insgesamt stark eingeschränkt wird. Mit wenig Fleisch lebt man gesünder, das ist erwiesen.
Seit langem fordern wir, den ökologischen Landbau stärker zu fördern. Wir sind nun sehr gespannt, welche Linie der neue Landwirtschaftsminister einschlägt. Er müsste die Politik der "Agrarwende" fortsetzen. Vielleicht dient ihm dieser Vorfall als Denkanstoß.
E. Ulich, Okt. 05
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