Tier & Mensch e.V.

Zu Sauerbraten verarbeitet


Nun stand endlich, nach drei Jahren, ein Ekelfleisch-Großhändler vor dem Landgericht Deggendorf. Um mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen, hat er alles gestanden: Jahrelang und tonnenweise hat er verdorbenes Fleisch weiterverkauft. Er ließ Fleisch, das "bläulich schimmerte und bestialisch stank" zu Sauerbraten verarbeiten. In anderen Fällen berichtet die Anklage von "gelblichem oder grünlichem, schmierigem, klebrigem oder stinkendem Fleisch" Es wurde teilweise vernichtet, teilweise aber auch verzehrt, z.B. in Restaurants. Das Urteil: Zwei Jahre Berufsverbot, zwei Jahre Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe.
Ist es dann ein Wunder, wenn die Techniker Krankenkasse (TK) feststellt, dass die Zahl der Erkrankungen nach dem Verzehr verdorbener Lebensmittel laufend zunimmt? Allein im Jahre 2007 waren in Berlin 200.000 Fehltage zu verzeichnen.
Nun hat die Berliner Lebensmittelsicherheit festgestellt, dass noch immer bei jedem fünften Dönerproduzenten und in jeder dritten Imbissbude mangelnde Hygiene herrscht. Der Verein Türkischer Dönerfabrikanten hat Besserung gelobt. Man will eigene Inspektoren losschicken, um den Verkauf von "Ekel-Döner" (Zitat Berliner Zeitung) zu unterbinden. Auch wird ein "Imbiss-Check" im Internet eingerichtet.
Da ist Island schon weiter. Wegen der Finanzkrise, die diese Insel, wie bekannt, besonders hart getroffen hat, wurde Fleisch so teuer, dass die letzte McDonalds-Filiale schließen musste. Der Konkurrent Burger hatte seine letzten Geschäfte bereits im Januar zugemacht. Island also ist "Fast-Food-frei". Eine gute Entwicklung, die man in allen anderen Ländern auch wünschen könnte.
In Deutschland dagegen    arbeitet man auf Hochtouren an Plänen, die Schweine- und Hühnchenproduktion   (Ställe zu je 40.000 Tieren) derart zu intensivieren, dass die Preise gänzlich in den Keller sinken werden. Man sagt, für den Export nach China, - und für mehr Sauerbraten.

Inzwischen wurde Anklage wegen Betrugs gegen den Fleischbaron Tönnies (Schalke 04)    erhoben. Ihm und einigen seiner Mitarbeiter werden "Unregelmäßigkeiten" in seinem Unternehmen vorgeworfen. 
E. U., Quelle: Berliner Zeitung und AbL, Okt./ Nov. 09

 

Neues von der Döner - Front 

Nach den aufsehenerregenden Billigfleisch-Skandalen in den vergangenen Jahren saß nun Remzi Kaplan, unrühmlich bekannt als Berlins Döner-König, auf der Anklagebank. Ihm Wurde vorgeworfen, wenigstens vier Tonnen „ekelerregendes“ Fleisch in seine Dönerspieße gemischt zu haben. Zur Verhandlung Mitte Mai vor dem Amtsgericht Charlottenburg erschien er aber nicht. Also wurde er in Abwesenheit zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt.

Für Kaplan der beste Weg, der öffentlichen Aufmerksamkeit zu entgehen. Die Strafe zahlt er aus der Portokasse. Er produziert täglich drei Tonnen Döner Kebap und Drehspieße, die er in alle Welt exportiert. Da lässt sich diese kleine Summe leicht verschmerzen. Und die Verbraucher, die das aßen, haben es schon längst verdaut. Bis zum nächsten Mal.

Quelle: Berliner Zeitung, 15.5.08

 

Scheibenfleisch beim Döner

In Berlin-Schöneberg gibt es einen Döner-Verkäufer, der wirbt  mit "Scheibenfleisch - 100% Kalb". Er macht das seit September 2007. 

Man sieht, der Skandal ums Ekelfleisch und um den Dönerbetrug tut seine Wirkung. Weiter so!

Allerdings können wir auch diesen Döner nicht empfehlen, wenn man an die Marter der Kälberhaltung denkt. Und überhaupt: Fast Food ist in jedem Fall abzulehnen, und übermäßiger Fleischverzehr erst recht.
E.U. 1/08

 

Wird Döner nun schöner?

 

Nach dem katastrophalen Untersuchungsergebnis von Döner im Jahre 2006 hatte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zugesagt, die Kontrollen zu verschärfen.  In der Tat,  nach  einer Untersuchung von "WIESO"   (ZDF)  ist das Ergebnis nun besser:  Von 20 genommen Proben im Bezirk Kreuzberg entpuppten sich 10 als einwandfrei. Wir wünschen jedem Döner-Esser,  dass er  die richtigen 50% erwischt hat.
August 2007

 

Wie Gammelfleisch entsteht („Hinter den Kulissen“)

Zu diesem Thema gibt es mehrere Dokumentationen in Filmen und Fotos, angeboten vom DEUTSCHEN TIERSCHUTZBÜRO. Über die Webseite www.tierschutz-videos.de können Sie sich weiter informieren.

Der Einblick in die ekelhaften Produktionsmethoden in der Fleischindustrie ist in der Tat recht aufschlussreich und könnte manchen Bürger in Zukunft davon abhalten, so viel Fleisch zu essen - egal ob gammelig oder frisch.

Telefonisch ist das DEUTSCHE TIERSCHUTZBÜRO zu erreichen über 0228-2999967.

In Berlin, wo im September 95 Tonnen überaltertes Putenfleisch aus dem Verkehr gezogen werden mussten, waren 19 von 25 Stichproben als gesundheitsschädlich eingestuft worden.

Jan.07

Gedanken zum Gammelfleisch-Skandal

Wie viel überaltertes Fleisch wurde denn überhaupt bisher aus dem Verkehr gezogen und vernichtet? Sind es 200 Tonnen oder tausend?

Ein ganz wichtiger Aspekt in diesem Gammelfleisch-Skandal wurde bisher kaum beachtet und noch weniger diskutiert:

Wie viele Nutztiere wurden sinnlos getötet? Wie viel Nahrung hat man verschwendet? Aus 200 Tonnen Fleisch z.B. hätte man 1,2 Millionen Döner oder 4 Millionen Buletten braten können – ganz zu schweigen vom Nährwert des wertvollen Getreides, das verloren ging und Millionen von hungernden Menschen in der Dritten Welt für mehrere Tage hätte sättigen können. Denn bei der Verfütterung an die Tiere geht ja das meiste an Energie in den Boden, ins Grundwasser und in die Luft – zum Nachteil von Natur und Umwelt. Denn die Produktion eines Kilogramm Fleisches verschlingt 3 bis 7 kg Pflanzennahrung!

Das ist der eigentliche Skandal. Es sind Verbrecher, die hier am Werke sind!

E.U. Nov. 06

Was ist Döner?

So ein Fleischskandal hat doch sein Gutes: Man lernt immer wieder dazu. Zumindest der, der lernfähig ist.
Wenn also so ein Döner-Verkäufer hoch und heilig verspricht, seine Ware wäre das beste, schiere Kalbfleisch, so darf man das nicht glauben. Er weiß ja selbst nicht, was er da dreht, denn er bekommt die tief gefrorenen Spieße aus Großbetrieben. Da kann niemand ahnen, was da wirklich drin ist - und wie alt es ist. Etwaiges Gammelfleisch kann man weder riechen noch schmecken, starke Gewürze, vor allem Knoblauch, überdecken alles.
Dönerfleisch darf aus 60% Hackfleisch bestehen und bis zu 20% Fett enthalten. Die Zeiten, da hauptsächlich Kalb- oder Schaffleisch verwendet wurde, sind längst vorbei. Inzwischen wird auch zunehmend - wen wundert es - Geflügel beigemischt. Pflanzliche Substanzen und vor allem Wasser werden gern als Streckmittel zugesetzt. Das ist natürlich nicht erlaubt. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft hat vor kurzem die Qualität von Döner-Fleisch untersucht. Jeder zweite Spieß wurde beanstandet. Schuld sei der ruinöse Wettbewerb in der Döner-Branche. Wir aber sagen: Schuld sind die Verbraucher, die das noch essen. Denn alles, ob gammelig oder frisch, es kommt mit Sicherheit aus Massentierhaltung.
Inzwischen isst jeder Deutsche im Durchschnitt neun Döner pro Jahr. Wenn es in Zukunft nur noch acht wären, dann hätte der Skandal wirklich sein Gutes.
E. Ulich, Quelle: FAZ Sept.06
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