Billigfleisch wieder im Vormarsch
Einer Meldung der "Schwäbischen Zeitung" vom 4.3.2004 zufolge haben die Deutschen im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr Fleisch gegessen. Aber sie haben weniger Geld dafür ausgegeben, denn der Trend ging zu den Billigangeboten in den Discountern. Biofleisch spielt - zwei Jahre nach der großen Nachfrage im Zuge der BSE-Krise - keine Rolle mehr.
Die Deutschen scheinen an Gedächtnisschwund zu leiden - möglicherweise an kollektivem BSE. Schlimmer noch, aber wahrscheinlicher, ist eine bestens trainierte Verdrängungstaktik: Denn eigentlich weiß doch langsam jeder, dass “billig“ nur mit entsetzlicher Tierquälerei erkauft werden kann! Wie unglaubwürdig sind eigentlich viele „Tierfreunde“? Die Verbraucher hätten die Macht, beim Einkauf das Schicksal der Nutztiere positiv zu beeinflussen, und sie tragen dafür auch die Verantwortung. Stattdessen machen sie sich zu Auftraggebern für die intensive Massentierhaltung, in der den Tieren von Geburt an jede Lebensfreude genommen wird und Leiden und Schmerzen aufgezwungen werden. Dazu kommt die unglaubliche Umweltbelastung, die immense Seuchengefahr, und der Anbau von gigantischen Mengen an Futtergetreide. Oft in Ländern, in denen Menschen hungern müssen! Nicht mal die eigene Gesundheit ist offenbar wichtig, denn viele Krankheiten sind auf übermäßigen Fleischverzehr zurückzuführen. Verlierer sind eben nicht nur die traditionellen Fleischtheken im Lebensmittelladen, sondern die gesamte Gesellschaft.
Wenn schon Produkte vom Tier, so sollten sie biologisch erzeugt werden oder von der Tierschutz-Marke „Neuland“ stammen. „Zahl das Doppelte und iss die Hälfte“ - das wäre ein Gewinn für Tier und Mensch!
Karin Ulich 3/04